|
Das Wort der Stunde lautet: Semesterferien.
Ich sitze in meiner Mitfahrgelegenheit, zurück nach Berlin. Auch heute, am 21.
Tag meines Trips scheint die Sonne. In einem VW-Transporter bin ich einer
von 8 Mitfahrern, der Fahrer ist das, was man in anderen Bundesländern ein
„Berliner Original“ nennen würde, zudem ist er mit schiefen gelben Zähnen,
Goldkette und einer Marlboroschachtel in der Hemdtasche ausgestattet. Ich
muss über seine zeitweiligen Kommentare über die Nachrichten im Radio
lachen, setze dann aber trotzdem meine fetten Kopfhörer auf und werf meinen
klobigen Laptop an. Ohja, ich seh wichtig aus. Jetzt gerade lehnt mein Kopf
hier, hinten links, an der Fensterscheibe, meine Musik ist laut, alle Finger
tippen. Die Laune ist gut, selig bin ich von all den schönen Tagen. Das hier ist
für euch, ihr tollen Menschen um mich herum, die mich die letzten drei Wochen
ausge- und unterhalten haben.
Jena.
Überrascht bin ich von dieser winzigen Stadt, in der man alles, wirklich alles,
im Sinne von ALLES zu Fuß erreichen kann. Meine Beste wohnt auf einem der
Hügel, die die Stadt einkesseln und so führte mein Weg ins Zentrum mich
jeden Tag bergab. Entspannt zu Fuß durch die Sonne oder natürlich auch auf
dem Brett. Die Erfahrung zeigte hier, dass der Jenaer an sich so etwas wie
eine Downhillplanke im Straßenverkehr nicht gewohnt ist. Passanten blieben
wortwörtlich stehen und sahen mir hinterher, Kinder rissen die Arme hoch und
lachten, Fahrradfahrer schienen nicht recht zu wissen, ob sie mich überholen,
sich hinter mir einordnen oder mir kumpelhaft auf die Schulter klopfen sollten.
Die Autofahrer hielten sich nonchalant zurück und irritierten mich durch
ihrerseits mangelnde Irritation.. Ganz und gar bezaubernde
Bierbekanntschaften galt es in diesen Tagen zu machen. Alle in Jena sind jung,
alle.  Man kann sich dem Gefühl nicht lange erwehren, dass irgendwer hier die
alten Leute heimlich wegsperrt. Wo sind die Alkis vor den Spätis? Wo die
Rentner, die sich über uns Rowdys beschweren, wo die meckernden
Taxifahrer?
In acht Nächten fünf Mal gut abgestürzt zu sein, ohne abzustürzen ist eine ganz
und gar famose Bilanz, was nicht zuletzt daran liegt, dass man hier mit 15€ die
ganze Nacht feiern gehen kann, und nein, ich vertrage nicht nicht viel Bier.
Die Straßen in der Umgebung wurden auch mit Hilfe der Jungs von Skate
Deluxe getestet und beinhalten jede Straßenqualität von solchen, die
zerklüfteter sind als die Epidermis von Thomas Bohlen bis hin zu
Sahneasphalt, den man kaum sliden möchte, da abgeschabtes Urethan
dieses utopische Bild stören könnte. An einem Sonntag bei Sonnenschein
stand ich dermaßen verkatert auf meinem Brett, dass ich noch jetzt den Hut vor
meinem Gleichgewichtssinn ziehe. Vielen Dank, du. Schöne 4 Km ging es bei
zeitweiligen 12 % sanft durch Sweeper, ein paar kleinere Kurven und somit
bildete diese Strecke für mich den perfekten, da entspannten Einstieg zur
Downhilltour, immerhin war mein Winter eine rein horizontale Beschäftigung
was Fortbewegung betrifft.
Mainz.
Freitagabend in Stuttgart angekommen, mit ordentlich Bier und gutem Essen
begrüßt worden und schon gings Samstag in perverser Frühe weiter nach
Mainz. Man möge sich hier der genaueren Assoziation wegen ein kleines
japanisches Auto vorstellen, dessen Kofferrauminhalt im Laufe der Fahrt auf
die Rückbank vorwandert, überall Helme, die über Sitzbänke kullern und
dazwischen fünf gröhlende gut gelaunte Skater, die über die richtige
Musikplaylist auslassen und sich gegenseitig beschuldigen, der jeweils
andere hätten den bequemeren Sitzplatz.
„UND WANN SIND WIR ÜBERHAUPT ENDLICH DA?“
Vor Ort war die erstbeste Kaufhalle (ja richtig, ich bin ein Kind aus dem Osten)
Zwischenstopp, weshalb möchte ich aufgrund vor befürchteter
Wortwiederholung hier weglassen. Es fängt mit B an. Und endet mit ierkästen.
Auf eben jenem Parkplatz trafen wir nun zufällig auf eben jene Mainzer und
ihren gelben Blitz (ein ebenfalls kleines, sehr vollgestopftes Auto), die zufällig
eben jene Tätigkeit bereits getätigt hatten. Auf zu einer der schönsten
Strecken, die ich in Mitteldeutschland gefahren bin. Bei satten 20° im
Sonnenschein cornerte ich fleißig, wobei zuerst meine Jeans, dann mein
Hintern litt. Fleißig ging ich meinem ganz persönlichen Talent nach: Pizzas
produzieren. Und von wegen „nicht spürbares Desinfektionsspray!“ Mein nicht
ganz so komfortabler Schlafplatz, aber vor allem zwölf grunzende Kerls, von
denen gefühlte siebenunddreißig schnarchten, ließen mich wenig erholt am
nächsten Tag abermals in Leons Rakete einsteigen, diesmal auf dem Weg zu
einer unglaublich gelegenen, schnellen und kurvenreichen Strecke. Und Nein,
ich sage nicht, wo.
Dank Lederhose die Hannes toller Weise sponsorte, blieb mein Hintern an
diesem Tag verschont, angefixt waren stundenlang Rechtskurven meine
Aufgabe, denn wie böse Zungen gern hämisch verbreiten, haben wir davon in
Berlin nicht allzu viele. Für mich persönlich war mir die Strecke in der Tuck
noch zu schnell, was nicht zuletzt auch an dem abartigen Rechtsknick und der
Haarnadel kurz vor Ende lag. Eher chillig carvte ich freudig umher und
verkonisierte (Aha. Ja genau.) meine Zigzags.
Stuttgart.
Schnell wurde mir von der WG in der alten Dorfstraße klar gemacht, dass ich
nicht akzeptiert, sondern erwünscht war. An einem perfekten Dienstag also
beschlossen zwei meiner Lieblingsgärtner einen entspannten zu machen und
so gings auf in den Park.
Für mich war Line-Training das Credo der Stunde und so fraß ich mich durch
eine anfangs sehr fette Frustschicht und stapfte stoisch die Strecke wieder
und wieder hoch, bis diese verdammt enge Rechtskurve endlich meine war.
Sehr nett waren auch die vielen liebevollen Tipps, die mir faul von den in der
Sonne liegenden Bänken, direkt neben meiner Kurve, entgegen schallten: „Du
sollst deinen Arsch heben“ Nippel in Fahrtrichtung! Hände in die Höhe, heute
wird gesurft! Hey Jeffica!“
Anschließend entdeckte ich die Freuden des Palastes in der Innenstadt und
abermals von eisgekühltem Jägermeister in knüpelvollen Bars.
Vielen Dank euch, für den Muskelkater des Jahrtausends in meinem rechten
Oberschenkel, die vielen Stunden in der WG-Küche, das gute Essen, Flo, fürs
Können auf der Autobahn und das Rührei (die nächtlichen Geräusche deiner
Nase werden dir trotzdem nicht vergeben) Hertli für die Lacher und auch alles
andere, Leon, dass du Leon bist, Matze für deine Worte, Jakob für die Geduld.
Flo, dir gute Besserung. Knie werden überschätzt, hab ich gehört.
Coburg/ Die Rhön.
Auf zu Pete von 313. Für mich begann der Tag mit einer fetten Beule am Kopf
dank einem gezielten Sprung gegen die Kante des Hochbetts. Mit tränenden
Augen und schwummrigen Hirn auf zum runterhügeln. Schon auf der zweiten
Abfahrt so gestürzt, dass an weiterfahren nicht mehr zu Denken war. So hieß
es für mich das restliche Wochenende chillen auf dem Beifahrersitz, während
vor mir vier Hintern als höchster Punkt Straßen hinunterbretterten. Am Sonntag
schonte ich mein fettes Knie im Sonnenschein mit Blick auf Paraglider und
Segelflieger, die zweite Hälfte des Tages dann als Groupie in der
Shuttlerakete, wahlweise mit dem Kopf aus dem Dachfenster um zu
fotografieren oder neben der Strecke, um mir vom Fahrtwind der fünf Fahrer
die Frisur verwuscheln zu lassen.
Das Wort der Stunde lautet: Semesterferien.
Ich sitze in meiner Mitfahrgelegenheit, zurück nach Berlin. Auch heute, am 21.
Tag meines Trips scheint die Sonne. In einem VW-Transporter bin ich einer
von 8 Mitfahrern, der Fahrer ist das, was man in anderen Bundesländern ein
„Berliner Original“ nennen würde, zudem ist er mit schiefen gelben Zähnen,
Goldkette und einer Marlboroschachtel in der Hemdtasche ausgestattet. Ich
muss über seine zeitweiligen Kommentare über die Nachrichten im Radio
lachen, setze dann aber trotzdem meine fetten Kopfhörer auf und werf meinen
klobigen Laptop an. Ohja, ich seh wichtig aus. Jetzt gerade lehnt mein Kopf
hier, hinten links, an der Fensterscheibe, meine Musik ist laut, alle Finger
tippen. Die Laune ist gut, selig bin ich von all den schönen Tagen. Das hier ist
für euch, ihr tollen Menschen um mich herum, die mich die letzten drei Wochen
ausge- und unterhalten haben.
Jena. 
Überrascht bin ich von dieser winzigen Stadt, in der man alles, wirklich alles,
im Sinne von ALLES zu Fuß erreichen kann. Meine Beste wohnt auf einem der
Hügel, die die Stadt einkesseln und so führte mein Weg ins Zentrum mich
jeden Tag bergab. Entspannt zu Fuß durch die Sonne oder natürlich auch auf
dem Brett. Die Erfahrung zeigte hier, dass der Jenaer an sich so etwas wie
eine Downhillplanke im Straßenverkehr nicht gewohnt ist. Passanten blieben
wortwörtlich stehen und sahen mir hinterher, Kinder rissen die Arme hoch und
lachten, Fahrradfahrer schienen nicht recht zu wissen, ob sie mich überholen,
sich hinter mir einordnen oder mir kumpelhaft auf die Schulter klopfen sollten.
Die Autofahrer hielten sich nonchalant zurück und irritierten mich durch
ihrerseits mangelnde Irritation.. Ganz und gar bezaubernde
Bierbekanntschaften galt es in diesen Tagen zu machen. Alle in Jena sind jung,
alle.  Man kann sich dem Gefühl nicht lange erwehren, dass irgendwer hier die
alten Leute heimlich wegsperrt. Wo sind die Alkis vor den Spätis? Wo die
Rentner, die sich über uns Rowdys beschweren, wo die meckernden
Taxifahrer? 
In acht Nächten fünf Mal gut abgestürzt zu sein, ohne abzustürzen ist eine ganz
und gar famose Bilanz, was nicht zuletzt daran liegt, dass man hier mit 15€ die
ganze Nacht feiern gehen kann, und nein, ich vertrage nicht nicht viel Bier.
Die Straßen in der Umgebung wurden auch mit Hilfe der Jungs von Skate
Deluxe getestet und beinhalten jede Straßenqualität von solchen, die
zerklüfteter sind als die Epidermis von Thomas Bohlen bis hin zu
Sahneasphalt, den man kaum sliden möchte, da abgeschabtes Urethan
dieses utopische Bild stören könnte. An einem Sonntag bei Sonnenschein
stand ich dermaßen verkatert auf meinem Brett, dass ich noch jetzt den Hut vor
meinem Gleichgewichtssinn ziehe. Vielen Dank, du. Schöne 4 Km ging es bei
zeitweiligen 12 % sanft durch Sweeper, ein paar kleinere Kurven und somit
bildete diese Strecke für mich den perfekten, da entspannten Einstieg zur
Downhilltour, immerhin war mein Winter eine rein horizontale Beschäftigung
was Fortbewegung betrifft.
Mainz.
Freitagabend in Stuttgart angekommen, mit ordentlich Bier und gutem Essen
begrüßt worden und schon gings Samstag in perverser Frühe weiter nach
Mainz. Man möge sich hier der genaueren Assoziation wegen ein kleines
japanisches Auto vorstellen, dessen Kofferrauminhalt im Laufe der Fahrt auf
die Rückbank vorwandert, überall Helme, die über Sitzbänke kullern und
dazwischen fünf gröhlende gut gelaunte Skater, die über die richtige
Musikplaylist auslassen und sich gegenseitig beschuldigen, der jeweils
andere hätten den bequemeren Sitzplatz.
„UND WANN SIND WIR ÜBERHAUPT ENDLICH DA?“
Vor Ort war die erstbeste Kaufhalle (ja richtig, ich bin ein Kind aus dem Osten)
Zwischenstopp, weshalb möchte ich aufgrund vor befürchteter
Wortwiederholung hier weglassen. Es fängt mit B an. Und endet mit ierkästen.
Auf eben jenem Parkplatz trafen wir nun zufällig auf eben jene Mainzer und
ihren gelben Blitz (ein ebenfalls kleines, sehr vollgestopftes Auto), die zufällig
eben jene Tätigkeit bereits getätigt hatten. Auf zu einer der schönsten
Strecken, die ich in Mitteldeutschland gefahren bin. Bei satten 20° im
Sonnenschein cornerte ich fleißig, wobei zuerst meine Jeans, dann mein
Hintern litt. Fleißig ging ich meinem ganz persönlichen Talent nach: Pizzas
produzieren. Und von wegen „nicht spürbares Desinfektionsspray!“ Mein nicht
ganz so komfortabler Schlafplatz, aber vor allem zwölf grunzende Kerls, von
denen gefühlte siebenunddreißig schnarchten, ließen mich wenig erholt am
nächsten Tag abermals in Leons Rakete einsteigen, diesmal auf dem Weg zu
einer unglaublich gelegenen, schnellen und kurvenreichen Strecke. Und Nein,
ich sage nicht, wo.
Dank Lederhose die Hannes toller Weise sponsorte, blieb mein Hintern an
diesem Tag verschont, angefixt waren stundenlang Rechtskurven meine
Aufgabe, denn wie böse Zungen gern hämisch verbreiten, haben wir davon in
Berlin nicht allzu viele. Für mich persönlich war mir die Strecke in der Tuck
noch zu schnell, was nicht zuletzt auch an dem abartigen Rechtsknick und der
Haarnadel kurz vor Ende lag. Eher chillig carvte ich freudig umher und
verkonisierte (Aha. Ja genau.) meine Zigzags.
Stuttgart. 
Schnell wurde mir von der WG in der alten Dorfstraße klar gemacht, dass ich
nicht akzeptiert, sondern erwünscht war. An einem perfekten Dienstag also
beschlossen zwei meiner Lieblingsgärtner einen entspannten zu machen und
so gings auf in den Park.
Für mich war Line-Training das Credo der Stunde und so fraß ich mich durch
eine anfangs sehr fette Frustschicht und stapfte stoisch die Strecke wieder
und wieder hoch, bis diese verdammt enge Rechtskurve endlich meine war.
Sehr nett waren auch die vielen liebevollen Tipps, die mir faul von den in der
Sonne liegenden Bänken, direkt neben meiner Kurve, entgegen schallten: „Du
sollst deinen Arsch heben“ Nippel in Fahrtrichtung! Hände in die Höhe, heute
wird gesurft! Hey Jeffica!“
Anschließend entdeckte ich die Freuden des Palastes in der Innenstadt und
abermals von eisgekühltem Jägermeister in knüpelvollen Bars.
Vielen Dank euch, für den Muskelkater des Jahrtausends in meinem rechten
Oberschenkel, die vielen Stunden in der WG-Küche, das gute Essen, Flo, fürs
Können auf der Autobahn und das Rührei (die nächtlichen Geräusche deiner
Nase werden dir trotzdem nicht vergeben) Hertli für die Lacher und auch alles
andere, Leon, dass du Leon bist, Matze für deine Worte, Jakob für die Geduld.
Flo, dir gute Besserung. Knie werden überschätzt, hab ich gehört.
Coburg/ Die Rhön. 
Auf zu Pete von 313. Für mich begann der Tag mit einer fetten Beule am Kopf
dank einem gezielten Sprung gegen die Kante des Hochbetts. Mit tränenden
Augen und schwummrigen Hirn auf zum runterhügeln. Schon auf der zweiten
Abfahrt so gestürzt, dass an weiterfahren nicht mehr zu Denken war. So hieß
es für mich das restliche Wochenende chillen auf dem Beifahrersitz, während
vor mir vier Hintern als höchster Punkt Straßen hinunterbretterten. Am Sonntag
schonte ich mein fettes Knie im Sonnenschein mit Blick auf Paraglider und
Segelflieger, die zweite Hälfte des Tages dann als Groupie in der
Shuttlerakete, wahlweise mit dem Kopf aus dem Dachfenster um zu
fotografieren oder neben der Strecke, um mir vom Fahrtwind der fünf Fahrer
die Frisur verwuscheln zu lassen.
Gloria Kupsch
|